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Tag: Bereitschaft

T-error

by Albert on Nov.15, 2009, under Arbeit

Das Klingeln des Telefones reißt mich aus dem Schlaf.
Das Display sagt: Krankenhaus, Portier.
Die Uhr sagt: 04:11

"Ja, hallo?"
"Hallo Albert, wir hätten einen Kaiserschnitt zu machen"
"Gratuliere, aber ich habe frei."
"Aha, dann habe ich wohl die falsche Nummer aufgeschrieben, entschuldige bitte!"
"Ist schon ok, gute Nacht"

Es ist schön, wenn man weiterschlafen kann.

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Neues

by Albert on Jun.20, 2009, under Allgemeines

Auch wenn ich nun schon fast 2 Jahre auf der Anästhesie bin kommen immer wieder neue Herausforderungen auf mich zu.

Im Nachtdienst hatte ich gleich zwei neue Situationen auf einmal: Erstens mussten wir beim wachen Patienten intubieren und zweitens auch noch fiberoptisch durch die Nase. Beides hatte ich noch nie gemacht.

Aber zum Glück lief alles wie geschmiert und es gab überhaupt keine Probleme.

Zuerst wurde mittels Xylocain-Spray die Nase und der Rachen des Patienten betäubt. Damit sollte der Würgereiz beim Intubieren unterdrückt werden. Nach dem Abwarten der Einwirkzeit wurde vom HNO-Arzt noch ein Kokainstreifen in die Nase eingelegt. Auch dies dient der Lokalanästhesie und hat den Vorteil, dass eventuelle Blutungen durch die Vasokonstriktion gemindert werden.

Nun wurde der Patient noch mittels 5mg Midazolam und ein wenig Propofol sediert und ein paar Minuten präoxigenisiert. Dies verschafft einem Zeit falls die Intubation nicht gleich gelingt.

Der Anästhesist schob nun das Bronchoskop, auf dem der Tubus aufgefädelt war unter Sicht durch die Nase in Richtung Kehlkopf. Nach dem Durchdringen der Stimmlippen wurde der Tubus vorsichtig durch die Nase vorgeschoben.
Nach dem Blocken des Tubus wurde der Patient mittels Thiopental in Narkose versetzt. Schmerzmittel gab es jetzt auch, denn es stand ja noch die eigentliche Operation bevor.

Während der OP hatte ich dann Zeit, um die Vorbereiteten aber nicht benötigten Notfallutensillien zu verräumen. Das Tracheotomie-Set lag schon bereit wurde aber glücklicherweise nicht gebraucht.

Was weniger erfreuliches gab es neulich auch. Leider ist uns ein Patient auf dem OP-Tisch gestorben. So was kommt bei uns sehr selten vor. Seit ich im OP bin ist das überhaupt das erste Mal.
Aber solche Situationen kommen leider auch vor.

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(Nichts) Neues von der Arbeit

by Albert on Mai.29, 2009, under Arbeit

Langsam merkt man wirklich, dass die Wintersportsaison vorüber ist.

Schifahrer kommen nur noch selten zu uns obwohl es immer noch einige Wahnsinnige gibt, die am Gletscher Schi fahren. Mitten im Sommer!

Häufiger kommen jetzt allerdings typische Frühjahrs- und Sommerverletzungen vor. Die Holzer kommen wieder vermehrt, dann noch die Motorradfahrer und die Grillmeister.

Aber zahlenmäßig ist da gar kein Vergleich zum Winter. Da kommen die Schifahrer pünktlich um 15 Uhr in Scharen und werden wie am Fließband operiert :)

Die geplanten Operationen werden hingegen nicht weniger. Die Kapazitäten werden bis aufs letzte ausgereizt, teilweise noch darüber hinaus. Kaum ein Tag, an dem das Planprogramm wirklich um 16 Uhr abgeschlossen ist.
Vor allem die Unfallchirurgen operieren alles, was ihnen unter die Finger kommt.

Naja, irgendwie ist das ja auch gut so. In Zeiten in denen überall von der Krise, Konjunkturflaute und Kurzarbeit geredet wird darf man sich über viel Arbeit glaube ich nicht aufregen :)

Wo man allerdings einen Rückgang feststellen kann sind die Nachtdienste. Während man im Winter bis tief in die Nacht (mein Rekord ist 05:30) im OP steht ist es im Sommer deutlich ruhiger.

Hier und da mal ein Kaiserschnitt oder ein Blinddarm, aber sonst wird nicht viel operiert. Außer jemand fällt unglücklich auf etwas, während er gerade nackt im Bad auf einer Leiter steht. Oder so ;)

In meinen letzten beiden Nachtdiensten hatte ich überhaupt keine Operationen. Ich musste nur jeweils warten bis das Aufwachzimmer leer war, dann konnte ich nach Hause gehen.

Ist ja auch nicht schlecht :)

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Kompetenzzentrum für mitternächtliche Schulter-Endoprothetik

by Albert on Apr.25, 2009, under Arbeit

Ich hatte mir gestern nachmittag schon gedacht, dass drei “gute” Nachtdienste hintereinander einfach nicht möglich sind ;)

Als ich um halb acht in den Dienst kam war noch eine pertrochantäre Oberschenkelfraktur und eine Oberarm-Luxationsfraktur zu versorgen. Und während wir bei der ersten Operation die Narkose einleiteten meldete sich noch die Chirurgie wegen eines akuten Blinddarms. Naja, die mussten eben warten.

Beim Oberschenkel war zuerst nicht klar, ob er mittels PFNA oder offen versorgt wird. Auf jeden Fall habe ich schon meinen CellSaver hergerichtet, da im Fall einen offenen Versorgung mit starken Blutungen zu rechnen ist.
Schlussendlich war er aber nicht wirklich nötig. Die Operation hat zwar auf Grund der speziellen Anatomie des Patienten und des komplizierten Bruches rund doppelt so lange gedauert wie normal, aber der Blutverlust hielt sich zum Glück in Grenzen.

Gegen Mitternacht konnten wir uns dann der Oberarmfraktur widmen. Laut Unfallchirurgen war es nicht sicher, ob die Fraktur mit einer Platte oder einer Prothese versorgt werden würde, aber beim Betrachten der CT-Aufnahmen, besonders des Humeruskopfes tippte ich schon eher auf eine Prothese.
So war es dann auch und wir waren in der außergewöhnlichen Situation mitten in der Nacht eine Total-Endoprothese eines Oberarmkopfes durchzuführen.
Natürlich hat das auch seine Zeit gedauert, aber die Operation ist gut gelungen und der Patient hatte danach kaum Schmerzen. Auch heute hielten sich die Schmerzen in Grenzen, wie ich erfahren habe. Normalerweise sind Eingriffe an der Schulter recht schmerzhaft, aber dieser Patient hatte anscheinend Glück.

Gegen halb vier Uhr morgens widmeten wir uns dann schließlich noch dem einfachsten Eingriff der Nacht. Die Chirurgen waren leicht angefressen, weil sie erst um diese unchristliche Uhrzeit an die Reihe kamen, aber wir machen das ja nicht zum Spaß.
Die laparoskopische Appendektomie war dann auch schnell erledigt.

Anschließend brachte ich noch meine Arbeitsplätze in Ordnung, damit sie für folgende Operationen wieder sofort verfügbar sind und half noch dem OP-Pfleger die drei OP-Sääle, die wir gebraucht hatten sauber zu machen. Eingetrocknetes Blut ist doch was schönes :(

Um halb sechs konnten wir dann endlich an die frische Luft. Es begann sogar schon zu dämmern und die Vögel brüllten sich die Seele aus dem Leib.
Ich beschloss nicht gleich schlafen zu gehen. Einerseits brauche ich immer etwas Zeit um “herunterzukommen”. Andererseits konnte ich nach Ende meiner Bereitschaft um 07:30 mit gutem Gewissen das Telefon ausschalten. Nichts nervt mehr als ein Anruf während man nach dem Nachtdienst ausschlafen will.

Als Bonus wachte ich um elf Uhr noch mit einem Migräneanfall auf. Aber eine Tablette und ca. 30 Minuten später konnte ich wieder den Schlaf der Gerechten genießen. Und gegen 17 Uhr war ich dann ausgeschlafen. Jetzt überlege ich gerade, was ich mit dem angebrochenen Tag anstelle. So wie es aussieht nicht mehr viel ;)

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Scheissdienst

by Albert on Mrz.22, 2009, under Arbeit

Ich hatte schon lange keinen so beschissenen Dienst wie heute.

Am Vormittag sah alles noch ruhig aus und ich dachte schon, die Saison klingt langsam aus.
Doch gegen 11 läutete schon das Telefon und ich musste in den OP.

Anschließend ging es gleich weiter, nach dem Gynäkologen musste noch der Allgemeinchirurg operieren. Der Unfallchirurg wartete auch schon bis er endlich an der Reihe war.

Gegen 16 Uhr beschlossen wir das zweite Team anzufordern um auf zwei Tischen paralell operieren zu können. Es standen nämlich noch einige Unfall-Punkte an.

Kurz nach dem Eintreffen des zweiten Teams wurde ein “normaler” Notfall gemeldet, der sich allerdings schnell zu einem dramatischen Notfall entwickelte.
Auch bei der Unfall-OP gab es komplikationen und so verzögerte sich der ganze Ablauf. Der nächste Notfall wartete auch schon und so ging es weiter.

Als meine Ablöse um 19:30 kam wurde ich gebeten noch etwas länger zu bleiben. Natürlich macht man so was, wenns wirklich mal brennt.
Nachdem das Gröbste überstanden war konnte ich doch um 21:00 aus dem OP gehen da die Kollegen alles im Griff hatten. Wieder mal ein Leben gerettet!

Naja, jetzt gehe ich ins Bett, morgen muss ich wieder um 7:30 im OP stehen.

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Fast ein Nuller

by Albert on Okt.28, 2008, under Arbeit

Am Sonntag hatte ich wieder mal Bereitschaftsdienst. Da wirklich schönes Wetter war habe ich schon mit einigen Operationen gerechnet.

Am späten Vormittag bin ich mal in den OP gegangen um ein paar Medikamente herzurichten und ein paar organisatorische Tätigkeiten durchzuführen.

Anschließend bin ich wieder zu Hause gesessen und habe gewartet. Und gewartet. Und gewartet….

Um 17 Uhr wurde ich dann angerufen, aber es war nur ein ZVK zu legen. Das war auch nach 30 Minuten erledigt.

Bis 07:30 war dann wieder Ruhe.

Naja, das wird wahrscheinlich für lange Zeit der letzte Dienst gewesen sein, in dem es so ruhig zuging. Der Winter naht und mit ihm die Wintersportler.

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Worst Nachtdienst ever

by Albert on Sep.19, 2008, under Arbeit

Gestern hatte ich einen sehr anstrengenden Nachtdienst. Ich kann mich nur an einen Nachtdienst erinnern, der ähnlich lange gedauert hat, aber der war mitten in der Hochsaison.

Zu Beginn hat es noch nicht so schlecht ausgeschaut, es waren nur noch zwei OP-Punkte zu erledigen. Allerdings wurden danach immer noch weitere Punkte gemeldet. Es waren auch teilweise kuriose Fälle dabei. Ich sage nur: Passt auf, wo ihr mit eurer Hilti reinbohrt!

Gegen Mitternacht war dann Schluss, ich wollte nur noch die Ambulanz-Liegen zurück in die Unfallambulanz bringen. Dort bekam ich allerdings mit, dass ein weiterer Patient wartete. Er hatte sich am Arm verletzt und es war noch unklar, ob er operiert werden musste. Als wir das gerade abklärten kam schon der nächste Patient der sofort operiert werden musste.

Somit durfte ich meine erste TE-Nachblutung erleben, die zum Glück recht gut zu behandeln war. Und GsD war es kein Kind!

Anschließend versorgten wir noch den Patienten mit dem verletzten Arm, was auch seine Zeit dauerte.

Nach dem Aufräumen der OPs konnte ich um 04:30 endlich nach Hause gehen.

Zu allem Überfluss wachte ich gegen 8 Uhr dann noch mit einer Mördermigräne auf. Nachdem ich meine Notfalltablette genommen hatte konnte ich dann allerdings nochmal einschlafen und schlief bis 13 Uhr durch.

Jetzt bin ich wenigstens auf die Saison vorbereitet und die geleisteten Stunden reichen mal wieder für einen Tag ZA.

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Arbeitsreicher Dienst

by Albert on Jun.29, 2008, under Arbeit, Privates

Gestern hatte ich wieder mal einen 24-Stunden Bereitschaftsdienst. Ich hatte mich zwar auf Arbeit eingestellt, aber das es so viel werden würde habe ich nicht gedacht.

Um neun Uhr rief mich mein Anästhesist an um mir zu sagen, dass wir um zehn eine Operation haben. Ich bin also gegen halb 10 ins Krankenhaus um alles vorzubereiten. Diese Operation dauerte dann ca. zwei Stunden. Während der Operation rief schon ein paar mal die Unfallambulanz an um zu fragen, wann der Unfallchirurg fertig ist. Die Ambulanz sei knallvoll und laufend würden neue Patienten eintreffen.

Dieser Trend setzte sich auch den ganzen Tag fort. Die Unfallchirurgen wussten nicht mehr wohin mit den Patienten, die Stationen waren alle voll. Und heute sollen schon die Patienten für die geplanten OPs am Montag eintreffen.

Bei uns ging es auch laufend weiter. Während wir am Operieren waren wurde gleich schon die nächste Operation gemeldet. Einmal hatten wir sogar zwei Operationen paralell laufen. Während wir einen Unfallpunkt erledigten wurde uns eine dringliche Sectio gemeldet. Wir riefen einen Turnusarzt zu Hilfe, der die Narkose überwachte. Der Unfallchirurg machte seine OP ohne Instrumentarin weiter und wir hetzten in den nächsten Operationssaal um den Kaiserschnitt zu erledigen.

Als das Kind da war konnten wir schnell wieder zurück in den Unfall-OP um dort die Narkose auszuleiten.

Auch danach wurden uns immer weitere Operationen gemeldet. Das meiste war unfallchirurgisch, zwischendurch hatten wir aber zur Auflockerung auch mal einen Blinddarm. In die Unfallambulanz mussten wir auch mal kurz um dort bei einer Reposition eine kurze Narkose durchzuführen.

Kurz nach 23 Uhr war dann auch die letzte Operation zu Ende und wir konnten die OPs aufräumen. Gegen halb 12 konnten wir dann den OP verlassen und noch beim Portier auf ein Schwätzchen vorbeischauen.

Zum Glück musste ich danach nicht mehr in den OP und konnte durchschlafen. Es war zwar ein arbeitsreicher Dienst, dieser war aber nicht unangenehm. Das lag sicher auch daran, dass wir ein super Team (Anästhesist, Instrumentarin, OP-Pfleger, Anästhesiepfleger) waren und uns gegenseitig geholfen haben.

Die 14 Stunden Dienst, die ich gemacht habe ergeben nebenbei noch fast zwei Tage ZA :)

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Wochenenddienst

by Albert on Mai.24, 2008, under Arbeit

Heute habe ich mal wieder Wochenend-Bereitschaftsdienst. Von Samstag 07:30 bis Sonntag 07:30 muss ich jederzeit erreichbar sein und bei Bedarf schnell im OP stehen können.

Ich habe eigentlich mit einem ruhigen Dienst gerechnet, aber um halb 10 hat schon das Telefon geläutet und ich musste zur Arbeit. Nach der ersten kleinen OP wurden laufend neue Operationen gemeldet. Schließlich bin ich erst um 19:30 wieder aus dem OP gekommen.

Hoffentlich ist wenigstens die Nacht ruhiger.

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